Altstadt-Metzgerei Reetz

Vitamine

Mit dem Begriff "Vitamine" werden lebensnotwendige organische Verbindungen bezeichnet, die für das Wachstum
und die Aufrechterhaltung bestimmter Körperfunktionen benötigt werden. Die Vitamine werden in zwei Gruppen
eingeteilt, und zwar in fettlösliche und wasserlösliche.
Die Vitamine A, D, E und K sind fettlöslich, die anderen Vitamine - Vitamin B 1, B 2, B 6, B 12, Niacin, Folsäure,
Pantothensäure, Biotin und Vitamin C - sind wasserlöslich.
Die wasserlöslichen Vitamine, mit Ausnahme von Vitamin C,werden häufig auch unter dem Begriff "Vitamin-B-Komplex" oder "Vitamine der B-Gruppe" zusammengefaßt.
Im Körper werden die einzelnen Vitamine als unersetzbare "Partner" bei verschiedenen Stoffwechselreaktionen benötigt. Sie sind nur in sehr geringen Gewichtsmengen (millionstel beziehungsweise tausendstel Gramm) pro Tag erforderlich. Bei der Deckung des Engergiebedarfs spielen die Vitamine daher keine Rolle.
Die Vitamine können im Körper nicht oder nur unzureichend gebildet werden. Auch vermag der Körper nur für die
fettlöslichen Vitamine und für Vitamin B 12 relativ große Speicher anzulegen. Die Speicher für die übrigen
wasserlöslichen Vitamine sind dagegen so klein, daß sie den Bedarf nur für kurze Zeit (Tage bis wenige Wochen) decken können.
Aus diesem Grund müssen die Vitamine dem Körper  regelmäßig zugeführt werden. Eine ausreichende Vitaminzufuhr wird am sinnvollsten durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche gemischte Kost
erreicht. Denn mit der gemischten Kost können zum einen die empfohlenen Vitaminzufuhren sichergestellt, zum anderen Überdosierungen verhindert werden.
Dies ist auch deshalb von Bedeutung, weil einige fettlösliche Vitamine bei übermäßig hoher Aufnahme giftig wirken. Auch von einer zu hohen Vitamin-C-Aufnahme ist abzuraten; zwar wird Vitamin C, wie alle wasserlöslichen Vitamine, bei erhöhter Zufuhr vermehrt mit dem Urin wieder ausgeschieden, der Körper gewöhnt sich jedoch an das hohe Vitamin-C-Angebot. Wird dieses Vitamin dann wieder in geringerer Mengezugeführt, kommt es zu einer Unterversorgung, und zwar selbst dann, wenn diese Menge normalerweise bedarfsdeckend wäre.
 

Hierzu zählen:


Vitamin A

Dieses fettlösliche Vitamin ist in tierischen Produkten
hauptsächlich als Retinol enthalten. In Pflanzen dagegen ist
Vitamin-A in seinen Vorstufen vorhanden. Diese Vorstufen
werden auch als Provitamine A bezeichnet, das bedeutendste
ist das ß-(Beta-)Carotin. Die Vitamin-A-Vorstufen können im
Körper in Vitamin A umgewandelt werden und tragen auch zur
Bedarfsdeckung bei. Dabei werden 6 Teile ß-Carotin
beziehungsweise 12 Teile anderer Carotinoide benötigt, um
im Körper 1 Teil Vitamin A zu bilden. Man sagt auch: 6 Teile
ß-Carotin beziehungsweise 12 Teile anderer Carotinoide
entsprechen 1 Teil Retinol-Äquivalent. Da Vitamin A und die
Vitamin-A-Vorstufen vom Körper nur in Verbindung mit Fett
aufgenommen werden, empfiehlt es sich, fettarme Vitamin-A-
sowie Carotinhaltige Lebensmittel zusammen mit Fetten, Ölen
oder fetthaltigen Lebensmitteln zu verzehren.
Vitamin A ist als Bestandsteil des Farbstoffes der Netzhaut
für den Sehvorgang unentbehrlich. Zudem dient Vitamin A dem
Aufbau und der Erhaltung der äußersten Gewebeschicht von
Haut und Schleimhäuten und wird außerdem für ein normales
Wachstum benötigt.
Der Bedarf an Vitamin A wird unter üblichen Lebensumständen
mit 1 mg Retinol-Äquivalenten pro Tag gedeckt. Bei besonders
schwerer körperlicher Belastung sowie während der
Schwangerschaft und Stillzeit ist der Vitamin-A-Bedarf
erhöht.
Bei leichtem Vitamin-A-Mangel ist die Anpassung der
Sehkraft beim Übergang vom Hellen zum Dunkeln erschwert
(Beeinträchtigung der Dämmerungssehschärfe und
Nachtblindheit). Schwerer Vitamin-A-Mangel führt zu
Veränderungen der Augenstrukturen verbunden mit völliger
Erblindung. Hautveränderungen, gestörte Zahnbildung und
Wachstumsverzögerungen wurden ebenfalls beobachtet.
In hohen Dosen zeigt Vitamin A - nicht die Vitamin-A-
Vorstufen! - schwere Nebenwirkungen. Diese reichen von
Kopfschmerzen und Hautveränderungen bis hin zu
Lebervergrößerungen und schmerzhaften Skelettveränderungen.
Über längere Zeit dürfen daher Säuglingen nicht mehr als 3
bis 4 mg, Erwachsenen nicht über 15 mg pro Tag ohne
besondere ärztliche Anordnung verabreicht werden.
 

 

Vitamin B1

Dieses wasserlösliche Vitamin kommt in fast allen
pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor, häufig aber
nur in kleinen Mengen.
Vitamin B 1 spielt eine große Rolle im
Kohlenhydratstoffwechsel sowie beim Prozeß der
Energiegewinnung. Der Bedarf an Vitamin B 1 beträgt 0,4 mg
je 1000 kcal (4,2 MJ) Nahrungsenergie. Auch bei
eingeschränkter Energiezufuhr sollte eine Mindestzufuhr von
1 mg Vitamin B 1 pro Tag gewährleistet sein. Leichter
Vitamin-B 1-Mangel äußert sich in Appetitlosigkeit,
Verdauungsstörungen und Müdigkeit. Schwerer Mangel
verursacht Schädigungen am Zentralnervensystem.
 

Vitamin B6

Vitamin B 6 ist in vielen Lebensmitteln pflanzlicher und
tierischer Herkunkft enthalten. Beim Stoffwechsel der
Eiweißbausteine (Aminosäuren) ist dieses wasserlösliche
Vitamin unersetzbar. Dadurch ist Vitamin B 6 auch an
anderen lebenswichtigen Körperfunktionen beteiligt, zum
Beispiel an der Bildung von Niacin aus Tryptophan und
der Bildung einiger Gewebshormone. Der Bedarf des
Erwachsenen an Vitamin B 6 wird mit einer täglichen Zufuhr
von 1 bis 2 mg gedeckt; er wächst mit steigender
Eiweißzufuhr. Erhöhte körperliche Beanspruchungen (zum
Beispiel Wachstum, Schwangerschaft) und vermehrte
Stoffwechselaktivität (zum Beispiel bei Kälte) machen eine
Mehraufnahme von Vitamin B 6 erforderlich. Ferner bewirkt
die Einnahme einiger Medikamente (zum Beispiel
östrogenhaltige und schmerzstillende Mittel) eine
Bedarfserhöhung. Schwerer Mangel an Vitamin B 6 führt zu
Hautveränderungen und nervösen Störungen. Bei Säuglingen
wurden epilepsieartige Krämpfe beobachtet.
 

 

Vitamin C

Das wasserlösliche Vitamin C ist Bestandteil jeder
pflanzlichen und tierischen Zelle. Im weitesten Sinne kann
dieses Vitamin als Aktivator und Regulator des
Zellstoffwechsels angesehen werden. Die Hauptfunktionen des
Vitamin C beruhen auf seiner Fähigkeit, andere Stoffe vor
der zerstörenden Wirkung des Sauerstoffs zu schützen.
Vitamin C stimuliert die Abwehrkräfte des Körpers. Es wird
ferner für die Bildung und Funktionserhaltung der Binde- und
Stützgewebe (Knochen, Knorpel, Zahnbein) benötigt.
Heilungsprozesse von Wunden und Knochenbrüchen werden
durch eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung beschleunigt.
Der Bedarf an Vitamin C wird mit einer täglichen Zufuhr von
75 mg gedeckt. Bei starker körperlicher Belastung, erhöhter
Flüssigkeitsaufnahme, während der Schwangerschaft und
Stillzeit, bei fiebrigen Erkrankungen,
Schilddrüsenüberfunktion und nach operativen Eingriffen ist
der Bedarf erhöht. Raucher haben einen bis zu 40 % höheren
Vitamin-C-Bedarf. Der schwere Vitamin-C-Mangel ist durch
das Krankheitsbild des "Skorbut" mit Blutungen in
Zahnfleisch, Haut, Schleimhäuten, Muskulatur und Gelenken
gekennzeichnet. Häufiger treten jedoch leichte
Mangelerscheinungen auf, wie etwa erhöhte
Krankheitsanfälligkeit, rasche Ermüdung, schlechte
Wundheilung, verminderte Leistungsfähigkeit.
 

Vitamin E

Diese Gruppe fettlöslicher Vitamine ist in fast allen
Lebensmitteln enthalten; besonders hoch ist der Gehalt an
Vitamin E in pflanzlichen Ölen. Nur etwa 40 % der mit der
Nahrung aufgenommenen Vitamin-E-Menge wird durch den
Darm aufgenommen und somit dem Körper zur Verfügung
gestellt.
Die zur Gruppe der E-Vitamine (Tocopherole) zählenden
Verbindungen haben eine unterschiedliche Vitaminwirksamkeit;
es ist daher wichtig, dies auch bei den Bedarfs- und
Gehaltsangaben zu berücksichtigen. Diese werden deshalb
sinnvollerweise in _-Tocopherol-Äquivalenten angegeben,
das heißt, die Vitaminwirksamkeit der übrigen Tocopherole
wird an der des _-Tocopherols gemessen. Die genauen
Aufgaben des Vitamin E sind noch immer unklar. Es wird
davon ausgegangen, daß die Aufgaben des Vitamin E im
wesentlichen auf seiner Fähigkeit beruhen, die Körperfette
sowie andere durch Sauerstoff leicht zerstörbare Stoffe
(zum Beispiel Vitamin A) zu schützen. Um die Bedarfsdeckung
sicherzustellen, wird eine Zufuhr von 12 mg _-Tocopherol-
Äquivalenten pro Tag empfohlen. Dabei wurde berücksichtigt,
daß der Bedarf stark von der Aufnahme mehrfach
ungesättigter Fettsäuren abhängt.
Unter normalen Ernährungsbedingungen tritt ein Vitamin-E-
Mangel sehr selten auf. Nur bei Störungen der Fettverdauung
und Fettaufnahme durch den Darm (Funktionsstörungen von
Bauchspeicheldrüse und Gallenblase) werden beim
Erwachsenen Mangelerscheinungen beobachtet. Vitamin-E-
Aufnahmen bis 100 mg pro Tag liegen noch im
physiologischen Bereich; auch bei Aufnahmen bis 300 mg
wurden keine Vergiftungserscheinungen festgestellt.
 

Niacin

Dieses wasserlösliche Vitamin ist in pflanzlichen wie

tierischen Lebensmitteln weit verbreitet. Niacin kann im

Körper auch aus einem Eiweißbaustein, der Aminosäure

Tryptophan, gebildet werden. Tryptophan trägt also auch zur

Niacin-Bedarfsdeckung bei. Dabei vermag der Körper je 60 mg

zugeführten Tryptophans 1 mg Niacin zu bilden. Man sagt

auch: 60 mg Tryptophan entsprechen 1 mg Niacin-Äquivalent.

Vom Körper wird Niacin im Prozeß der Energiegewinnung

benötigt.

Der Niacinbedarf wird mit einer täglichen Zufuhr von 0,15

bis 0,20 mg je kg Körpergewicht gedeckt, eine Mindestzufuhr

von 10 bis 15 mg sollte nicht unterschritten werden.

Niacinmangel verursacht schwere Hautveränderungen,

Störungen im Verdauungstrakt und im Nervensystem:

Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und in

schweren Fällen Depressionen und Verwirrungszustände.